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Amoklauf in Winnenden: Gewalt im Spiel?

So berichtet tagesschau.de über den Vorfall am Mittwoch Vormittag “[...] Nach SWR-Informationen hat die Polizei bereits das Haus des jugendlichen Amokläufers in Leutenbach durchsucht und 16 Waffen gefunden. Der Vater des jungen Mannes ist Mitglied eines Schützenvereins und hatte sie legal erworben. Eine der Waffen und 50 Schuss Munition fehlten. Zudem beschlagnahmten die Beamten einen Computer, um zu prüfen, ob sich der 17-Jährigen mit Gewaltspielen beschäftigt hat. [...]“

Natürlich wird gefragt: Sind die Killerspiele schuld? Dann frage ich mich aber, wieso beschlagnahmte man keine Videos, keine Brett- oder Kartenspiele? Finden sich nun auch Alkoholika im Fundus der Polizei? Hier scheint es doch um schnelle Schuldzuweisung gehen: Die Killerspiele sind dran schuld. Durch den Winnendener Amoklauf wird diese Debatte wiederum aufgelebt werden.

Ich bin weder Psychologe noch Soziologe oder Neurologe. Ich kann nicht wissenschaftlich fundiert feststellen, ob sogenannte Gewaltspiele einen Menschen zum Amokläufer macht. Ich weiß es nur für mich selbst: Nein. Ich spiele selbst Counter-Strike nun mehr seid vier Jahren. Weder bin ich im normalen Leben aggressiver als andere noch gewalttätig.

Womöglich ist ein PC-Spiel wie Counter-Strike auch nur der letzte Auslöser der Gewalt und angesichts der davor einher gehenden Ursachen bedeutungslos, dann möchte ich aber behaupten, dass auch ein gewalttätiges Buch oder ein Film dazu in der Lage sein können. Letztlich ist wichtig, dass nicht eine der größten Industrien Deutschlands, nämlich die Spiele-Industrie dafür verantwortlich gemacht wird, es geht auch nicht darum, über eine Million deutsche Counter-Strike-Spieler pauschal zu verdächtigen – es geht um Prävention: Und die muss offensichtlich an den Schulen erfolgen.

Viel wurde diskutiert darüber, Killerspiele zu verbieten, weil sie in einem Zusammenhang mit den Taten standen. Ich finde, es wurde zu wenig darüber diskutiert, was es zu bedeuten hat, dass Jugendliche ihre teils ehemaligen Schulen heimsuchen.

Diskussion

1 Kommentar für “Amoklauf in Winnenden: Gewalt im Spiel?”

  1. Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich spiele selbst Delta Force, CS hab ich mal versucht und nun steht es in meinem Regal rum.

    Aber es ist so einfach.
    Sooo einfach, die Schuldfrage zu klären. Jemand sagte mir mal, der einfachste Weg sei immer der Falsche. Hier trifft es offensichtlich zu.

    Es ist meiner Ansicht nach ein Schnellschuss der Politik, populistisch wie die Konsequenzen, die man aus Beißvorfällen mit Hunden ziehen will. Ein Maulkorb und Leinenzwang für Hunde ab 20 Kilo – und der 19 Kilo leichte Hund ist automatisch weniger gefährlich?

    Wenn ich alles, was gewalttätig machen könnte weil es vor Toten, vor Bluttaten, vor Kriminalität und Aggressivität strotzt, von meiner unbefleckten Seele fernhalten will, muß ich zu allererst mal die Nachrichtensendungen meiden.

    Es geht auf den Wahlkampf zu und ich habe mir vorgenommen, mich erst über die Unfähigkeit vieler Volksvertreter aufzuregen, wenn sie beginnen, Fakten zu schaffen.
    Bisher haben sie meistens doch nur geredet.

    Danke für Deinen Artikel, ich schau gern wieder vorbei.

    Posted by Steffi | Juli 14, 2009, 17:19

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