Donnie Brasco heißt eigentlich Joseph Pistone heißt eigentlich Johnny Depp. Aber von Anfang an: Undercover-FBI-Agent Pistone gibt sich als Juwelier Brasco aus. Er soll die New Yorker Mafia infiltrieren. Über Lefty (Al Pacino) schafft er es schließlich in die “Familie”. Doch Brasco kämpft an zwei Fronten: Während er versucht in der Mafia-Familie Informationen zu sammeln, droht er mit seiner eigenen Frau und den drei Kindern zu scheitern. Immer tiefer rutscht Brasco, bis er selbst nicht mehr richtig zu wissen scheint, ob er noch gut oder böse ist.
Al Pacino in der Rolle des Mafioso Lefty – das kannte man auch schon zur Zeit, als “Donnie Brasco” in die Kinos kam (1997). Der Pate aus den Jahren 1972 (Teil 1), 1974 (Teil 2) und 1990 (Teil 3) spielt diesmal jedoch keinen Chef, sondern einen kleinen Gangster des großen Netzwerks. Lefty ist schon über 25 Jahre in der Familie und wartet darauf, endlich aufzusteigen. Donnie Brasco muss sich das Vertrauen von Lefty erst verdienen. Vor einige Proben gestellt, gerät Donnie schon an Grenzpunkte, an denen er sich fragen muss: Rechtfertigt Undercover-Arbeit ein solch aktives kriminelles Wirken?
Donnie wächst Lefty schließlich ein wenig ans Herz, schließlich muss sich dieser gegenüber der Familie verbürgen. Sollte sich Lefty in der Integrität Donnies irren, so bedeutet das Leftys Tod. Donnie nimmt schließlich ein Stück weit die Rolle von Leftys Sohn ein, der sein Alltag lieber mit Drogen erstickt. Währenddessen erstattet Agent Pistone aka Donnie Brasco seinen FBI-Kollegen regelmäßig Bericht und hat immer wieder Schwierigkeiten seine Doppelrolle gegenüber den brutalen Mafiosi zu verbergen.
Johnny Depp ist ein streitiger Schauspieler. Manche finden sein Schauspiel gut, andere mögen ihn gar nicht. Fernab von dieser Grundsatzdiskussion muss man bei “Donnie Brasco” feststellen, dass ihm die Rolle wie auf den Leib geschneidert ist. Sein Spiel ist vielschichtig: Gegenüber seinen kriminellen Freunden muss er den harten Gangster zeigen, muss mitziehen, aber auch nicht übertreiben und auffallen. Die Tage und Wochen bei der Mafia prägen ihn schließlich. Johnny Depp schafft es die Konfrontation mit der täglichen Gewalt nuanciert, aber im weiteren Verlauf der Geschichte immer stärker auch gegen seine Familie zu richten.
Gut ist, dass Donnie Brasco weder als Held noch als Antiheld angelegt ist: Er selbst versteht sich zunächst als Beamter im Dienste des Staates. Er fühlt sich verpflichtet das Land und letztendlich auch seine Familie vor solchen Verbrechern zu schützen – er ist ein einfacher Polizist.
Das Hin-und-Her-Gerissensein des Protagonisten zwischen dem FBI einerseits, der Mafia und der Familie andererseits und natürlich zu Lefty, der Donnie zum Freund wurde, zeugt von guter Dramaturgie. Schließlich zeigt sich, dass das FBI, Arbeitgeber und Ernährer der Familie Pistone, ein kaltes, berechnendes Netzwerk ist. Pistones Vorgesetzte scheuen nicht, dass dieser im Zuge der Ermittlungen sterben könnte. So nehmen sich das formal gute FBI und die Mafia letztendlich nichts hinsichtlich ihren Strukturen und der Art, wie sie mit ihren Mitgliedern umgehen.
“Donnie Brasco” zeigt die Mafia von ihrer anderen Seite: Wo in “Der Pate” die Mafia-Elite und ihr Avandgardismus, die manchmal seifenopernähnlichen, privaten Konflikte die Geschichte schreiben, geht es hier um Gut und Böse und den vielen Facetten irgendwo dazwischen.
Das Ende schließlich ist einfach ernüchternd – oder eher ernüchternd einfach? Jedenfalls auf keinen Fall standardisiert, nicht pathetisch, schon gar nicht überzogen, aber auf jeden Fall ein dem Film würdiges Ende.
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Guten Morgen,
diese Zusammenfassung ist sehr gut. Der Film wurde in den wichtigsten Bereichen wiedergegeben.
Donnie Brasco ist ein super Streifen und ich kann ihn mir nicht oft genug anschauen!